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Rundbrief Nr. 1                                         März 2010

herausgegeben in Schwarzschrift, Blindenschrift und als Hörkassette

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Zum Inhalt:
… damit ihr Hoffnung habt
Der Kirchenpräsident in der Martinstrasse
Sehbehindertensonntag am 6.Juni 2010
"Schlecht sehen - kann ich gut!"
Informationen aus dem Büro
"Dem ist nichts hinzuzufügen!"
Und zum Abschluss


… damit ihr Hoffnung habt

Das ist die Losung des Ökumenischen Kirchentages, der vom 12. bis 16. Mai in München stattfinden wird. Unter diesem Wort werden Zehntausende von Christen aus verschiedenen Konfessionen zusammenkommen, um miteinander und auch mit Andersgläubigen zu reden und ihren Glauben zu bekennen und zu begründen.
Damit ihr Hoffnung habt - das ist ja kein vollständiger Satz. Er bedarf einer Ergänzung. Wie könnte die aussehen? (Dieser Frage wollen wir auch bei unserer bevorstehenden ökumenischen Woche in Bad Salzhausen nachgehen.)
Die Antwort finden wir in der Bibel. Vor allem in den neutestamentlichen Briefen gibt es viele Stellen, die von der Hoffnung sprechen, zu der Christen berufen sind.
Gott will nicht, dass wir Menschen ohne Hoffnung leben müssen. Hoffnungslos - das ist ein ganz schlimmes Wort. Für Christen soll es das nicht geben. Dafür hat Gott gesorgt. Wir Menschen sagen oft (wenn uns nichts Besseres mehr einfällt): Wir wollen das Beste hoffen, und wissen gar nicht, was denn das Beste ist. Die Bibel ist ein Hoffnungs-Buch. Sie erschließt uns eine Hoffnung, die einen guten und festen Grund hat und mehr ist als ein vager Optimismus. Die Hoffnung der Christen ist kein unrealistischer Wunschtraum, sie richtet sich nicht auf bessere Zeiten oder darauf, dass vielleicht am Ende doch alles gut wird. Sie richtet sich auf den lebendigen Gott, "der da ist und der da war und der da kommt" (Offb. 1,8). Deutlich wird das z. B. auch an dem bekannten Wort aus Psalm 37,5: Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn …, also nicht auf irgend etwas, sondern auf IHN, der handelt und wirkt, und der letztlich "alles wohl machen" wird, auch da, wo wir das noch nicht erkennen.
Wer keine Hoffnung hat, dem bleibt oft nur Verzweiflung oder Gleichgültigkeit. Davor will uns Gott bewahren. ER selbst und ER allein ist Grund unserer Hoffnung. Sein Hoffnung weckendes Wort ist zu allen Zeiten gehört, aufgenommen und weitergegeben worden. Es hat immer wieder, gerade auch in schweren Zeiten, Menschen getröstet und gestärkt und sie zur aktiven Mitarbeit an den Aufgaben ihrer Zeit befähigt.
Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn, heißt es im 146. Psalm. Und im Römerbrief lesen wir: Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.
Wer keine rechte Hoffnung hat, gerät leicht in Gefahr sich falsche Hoffnung zu machen. Christen haben das nicht nötig. Sie sind eingeladen und berufen zu einer lebendigen Hoffnung auf den lebendigen Gott. Dass diese Hoffnung über Tod und Grab hinausweist, daran wollen wir uns zu Ostern wieder erinnern lassen.

Im Wissen darum wünscht Ihnen eine frohe und gesegnete Osterzeit
Ihr Siegfried Preis

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Der Kirchenpräsident in der Martinstrasse

Schon vor einiger Zeit hatten wir ihn eingeladen - unseren Kirchenpräsidenten. Jetzt war er da! Die Mitarbeiterkonferenz der Sehbehinderten- und Blindenseelsorge traf sich am 1. März in Darmstadt in der Martinstrasse, um die weitere Arbeit zu planen und abzusprechen. Am Nachmittag war Kirchenpräsident Pfarrer Dr. Volker Jung zu Gast. Es war ein gutes und offenes Gespräch, er informierte sich über die Arbeit der SBS und bedankte sich bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr langjähriges Engagement.

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Sehbehindertensonntag am 6.Juni 2010
"Schlecht sehen - kann ich gut!"

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Evangelische und die Katholische Kirche haben eine gemeinsame Aktion gestartet. Ziel ist es, dass am 6. Juni oder auch zu anderen Zeiten, in vielen Kirchengemeinden, Sehende und nicht- oder schlecht Sehende, zusammen Gottesdienste feiern oder andere Projekte, wie z. B.: eine "Hörwanderung" oder eine "handfeste Kirchenführung", veranstalten.
Dazu gibt es ein Materialheft in Schwarzschrift, das bei uns in Darmstadt kostenlos angefordert werden kann.
Im Internet unter www.sehbehindertensonntag.de - kann das Heft herunter geladen werden.
Am besten wäre es, wenn Betroffene vor Ort auf ihre Kirchengemeinde zugehen und so den Kontakt aufnehmen.

Auf der Landesgartenschau in Bad Nauheim wird es am 6. Juni um 12.00 Uhr einen zentralen Gottesdienst an der Lichtkirche geben.
Mitwirkende sind ein Team der Sehbehinderten-und Blindenseelsorge der EKHN, Pfarrerin Barbara Brusius (theologische Referentin der Arbeitsstelle für Sehbehinderte- und Blinde der EKD in Kassel) und das Blechbläserensemble "Blech pur".

Wer Lust hat, an diesem Tag auf die Landesgartenschau zu kommen, ist herzlich eingeladen! Es muss allerdings für die Landesgartenschau der Eintritt bezahlt werden!

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Informationen aus dem Büro

Tagesausflug nach Darmstadt

Die Mathildenhöhe, höchste Erhebung der Darmstädter Innenstadt, war schon im 19. Jahrhundert eine Gartenanlage des großherzoglichen Hofes. Der Garten wurde nach Mathilde Karoline Friederike von Wittelsbach, der Gemahlin Großherzogs Ludwig III, benannt.

In den Jahren 1877 bis 1880 wurde auf der Mathildenhöhe ein Wasserreservoir und 1897 die Russische Kapelle erbaut. Die Bebauung der südlichen Mathildenhöhe durch die von Großherzog Ernst Ludwig 1899 gegründete Künstlerkolonie führte ab 1900 zu der heutigen Gestalt, die durch den Hochzeitsturm von 1906 und das Ausstellungsgebäude aus dem Jahre 1908 (auf dem Wasserreservoir stehend), jeweils vom Architekten Joseph Maria Olbrich entworfen, beherrscht wird.

Interessiert! - Dann melden Sie sich zum gemeinsamen Ausflug der Ev. Blindenarbeit Frankfurt, dem katholischen Blindenwerk Frankfurt und der Sehbehinderten- und Blindenseelsorge am Donnerstag, dem 20. Mai 2010, an. Ein Anruf im Büro in Darmstadt genügt.

Körper - Seele - Geist - Freizeit in Güttersbach

Güttersbach im Mossautal liegt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und auf dem Pilgerweg "Quellendank im Odenwald". Hier - im Wellness-Hotel Zentlinde - können Sie sich ganzkörperlich verwöhnen lassen. Vom 04. - 07. Oktober 2010 stehen sportliche Aktivitäten mit unserer Trainerin Frau Lüttgen und natürlich auch Besinnung und Entspannung auf dem Programm. Ein besonderer Höhepunkt: Am Mittwochnachmittag wird uns der Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger besuchen.
Überlegen Sie nicht zu lange und sagen Sie sich "Das gönne ich mir!"

Seminar "Glücklich leben mit einer fortschreitenden Sehbehinderung" mit Frau Heike Herrmann,
psychotherapeutische Heilpraktikerin und Supervisorin


Das Thema des Seminars klingt für viele sehr provokant. Dies ist von Frau Herrmann so gewollt. Sie will Ihnen Wege aufzeigen, wie Sie Ihr Leben trotz Handicap "glücklich" gestalten können.
Am Samstag, 04. September 2010, bieten wir Ihnen das Seminar nochmals an. Wir möchten gerne eine Gruppe für Ältere bilden unter dem Motto "65 plus".

Falls Sie Fragen haben oder noch unschlüssig sind, rufen Sie uns gerne im Büro an.

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"Dem ist nichts hinzuzufügen!"

Zu dem Thema, das uns in den letzten Wochen in der evangelischen Kirche und weit darüber hinaus sehr bewegt hat, möchten wir hier einen Leserbrief wiedergeben, der in der Frankfurter Rundschau am 27.02.2010 erschienen ist:

Bischöfin der Herzen und Köpfe

Verehrte, liebe Frau, Pastorin, Kollegin und Schwester Dr. Käßmann,
Sie haben uns dieser Tage in ein lehrreiches Wechselbad gestürzt.
Zuerst Ärger und Wut: Hat sie nicht die 20 Euro, um ein Taxi zu nehmen? Fällt ihr keiner ins Steuer?

Dann die Autofahrer-Selbsteinsicht: Bist du nicht auch selber schon mal … ? Also: Wer unter Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Sie soll nur ja im Amt bleiben! Dann der Verallgemeinerungseffekt: Wir sind nun allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes vor Gott. Also: Warum soll sie nicht im Amt bleiben und - wie wir Christen - von der Gnade leben dürfen, die sie predigt und die wir glauben? Also, aber schon etwas leiser (und trotzig): Sie ist für den deutschen Protestantismus so wichtig, sie soll, sie muss einfach im Amt bleiben.

Dagegen wieder die klare Logik: Wer mit Autorität sprechen will, muss welche besitzen. Und die ist erstmal hin. Also die "menschliche" Zwischenlösung: eine Auszeit, zwei, drei Monate: Und eine Art "Bußgang nach Canossa", etwa zu einer Basisgruppe für Straßenkinder in Lateinamerika, um danach geläutert (und alkoholresistent) wieder heimzukehren in ihr altes Amt. Aber dann doch die Angst: Wird das jemals reichen? Und die Einsicht: Muss - und wird - sie nicht, so wie bisher beim Krebs, bei der Scheidung, offen, klar, konsequent bleiben müssen und auch bleiben?

Und dann: Genau so ihre Entscheidung! Und alle ziehen tief den Hut vor Ihrer klaren Selbsteinsicht, Ihrem ehrlichem Mut, Ihrer Geradheit. Sie bleiben sich treu. Wie erlösend! Sie werden, verehrte Pastorin, da bin ich sicher, für diese Klarheit reich "belohnt" werden - auf eine Weise, die Sie vielleicht noch gar nicht absehen können. Denn Sie haben Ihr ganzes "Vertrauenskapital" behalten: Mensch, Frau, ja Sünderin geblieben und nicht auf Schleichwegen davongezogen zu sein. Es werden Aufgaben die Fülle auf Sie zukommen. Und die Ökumene wartet: Es muss weitergehen mit den Orthodoxen, der Papstkirche, den Juden und den Moslems. Kraftvolle neue Schritte nach vorn tun Not!

Ihr Wort, Ihre Nähe, Ihr Mitdenken und richtungsweisendes Handeln sind jetzt gefragter denn je, als Sie "weit oben" saßen. Ihnen ist ein neuer Weg bereitet, durch eigenes, schuldhaftes Handeln. Gerade deshalb bleiben Sie für unendlich viele, besonders auch für Frauen, Bischöfin der Herzen und Köpfe. Wir brauchen Sie. Gott halte Sie fest und segne Sie dazu!

von René Leudesdorff, Pastor i. R., Flensburg

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Und zum Abschluss

Viele kennen sie ja schon - die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland: "7 Wochen ohne".
In diesem Jahr heißt das Motto:
"Nähe wagen" - "7 Wochen ohne Scheu".

Was hat das denn mit der Fastenzeit zu tun? - Das war mein erster Gedanke!

Arnd Brummer, der Geschäftsführer der Aktion "7 Wochen ohne", will uns zu mehr Nähe unter einander ermuntern: "Gemeinschaft lebt von der Begegnung - von Angesicht zu Angesicht - mit offenem Visier und ohne doppelten Boden. Wir können Einsamkeiten aufgeben, Überraschungsbesuche machen, eingeschlafene Kontakte aufwecken und einander die Freundschaft erklären!"

Also heißt das nun - wir sollen "Einsamkeit fasten" - uns der Einsamkeit "enthalten"?

Das scheint für manche Menschen sehr schwierig zu sein, für andere ist es eher leicht. Ist die "Einsamkeit" etwas, an dem wir selbst etwas ändern können oder ist es ein Zustand, der einfach "da" ist?

In dem Fastenkalender, der von der Evangelischen Kirche herausgegeben wird, kommt auch Katrin Göring-Eckart, Präses der Synode der EKD, zu Wort:

"Die Scheu bei einer Begegnung kann immer Unterschiedliches bedeuten: Verlegenheit, Vorbehalte oder gar skeptische Distanz".

Aber auch: Vorsicht und einen maßvollen Respekt vor meinem Gegenüber. Die scheue Geste birgt die Gefahr von Missverständnissen und Vorurteilen. Sie lässt aber auch Raum für die defensive, gar zärtliche Annäherung.

So kann sie als Tiefenlot dienen für die Abgründe auf dem Weg zueinander. Wir sollten die Abgründe nicht fürchten, aber den Weg zueinander mit Bedacht gehen und - wir sollten ihn gehen, definitiv. Voller Neugier, voller Respekt und - immer wieder.

Mit diesen nachdenkenswerten Worten wünsche ich ihnen eine gute "Restfastenzeit" und gesegnete Ostertage, auch im Namen aller, die an diesem Rundbrief mitgearbeitet haben.

Ihr Gerhard Christ

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